Englisch-Schwäche - Was ist das?
Der Begriff Englisch-Schwäche steht für überdurchschnittlich starke und lang andauernde Schwierigkeiten beim Erlernen des Englischen, die zum Teil auf Entwicklungsverzögerungen bestimmter Fähigkeiten zurückgehen, und die durch "Üben" allein nicht zu beseitigen sind. Da einige Erscheinungen denen ähneln, die auch bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche beobachtet werden, spricht man manchmal auch von "Fremdsprachenlegasthenie".

Woran erkenne ich Englisch-Schwäche?
Grundsätzlich treten sämtliche Fehler "normaler" Lerner auf, aber in viel größerem Umfang und mit höherer Beständigkeit. Besonders auffällig ist:

- Sätze in der Fremdsprache werden schlecht behalten und " jeder einzelne neu gelernt".
- Die ungewohnte Aussprache fällt sehr schwer, englische Laute werden immer wieder durch ähnliche deutsche ersetzt.
- Ähnlich klingende Wörter werden verwechselt (there - their), die unterschiedliche Wiedergabe gleicher Laute in der Schrift fällt schwer (feet - beat).
- Die Schreibweisen werden schlecht behalten, Wörter häufig nach ihrem Klang so buchstabiert, wie es im Deutschen richtig wäre (*neis für nice).
- Hausarbeiten dauern unangemessen lange, Gelerntes ist schnell wieder vergessen.
- Englisch macht "keinen Spaß" (mehr).

Was sind Ursachen für Englisch-Schwäche?

Neben gelegentlich auftretenden organischen Beeinträchtigungen, die bis zum Beginn des Englischunterrichts meist schon behandelt worden sind, führen vor allem Beeinträchtigungen grundlegender Fähigkeiten zu den Problemen:

- Akustische und optische Differenzierungsfähigkeit sind beeinträchtigt: Unterschiede zwischen ähnlich klingenden Lauten werden nicht gehört, feine Unterschiede in der Schreibung von Wörtern "übersehen".
- Visuelles und auditives Merkvermögen reicht nicht aus: Laut- bzw. Buchstabenfolgen werden schlecht behalten, die Speicherung von Wörtern und Sätzen gelingt nicht.
- System und Struktur der Sprache sind noch nicht erkannt (das "Sprachgefühl" fehlt): Orthographische Besonderheiten, Satzbau usw. werden nicht "intuitiv" erkannt, Gemeinsamkeiten innerhalb der Sprache und mit der Muttersprache werden nicht erkannt, Vokabelerschließung aus dem Kontext findet kaum statt, kein "kreativer" Umgang mit Sprache.
- Probleme in der Muttersprache (Wortschatz, Strukturen, Grammatik) wirken nach.
- Erlebte Misserfolge oder psychische Probleme führen zu Motivationsverlust und Selbstzweifel (s.a. Ursachen f. LRS).

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